Geld anlegen

Kunden von Banken und Finanzdienstleistungsunternehmen achten häufig auf den Zinssatz bzw. die Rendite, wenn sie Geld anlegen. Die Rendite allein macht jedoch noch keine erfolgreiche Geldanlage aus. Viele Menschen unterschätzen nämlich den Zeitfaktor, die Bedeutung regelmässiger Sparraten und den Zinseszinseffekt. Diese drei Aspekte ermöglichen es, mit wenig Kapital ein grosses Vermögen zu erwirtschaften.

 

Geld anlegen als Einmalbetrag oder in regelmässigen Raten

Bei der Geldanlage können Verbraucher grundsätzlich verschieden vorgehen. Es ist möglich, einen Einmalbetrag anzulegen oder zum Beispiel monatlich Geld zu sparen. Viele Kunden fokussieren sich darauf, einen bestimmten Geldbetrag für eine vorher festgelegte Laufzeit zu investieren. Das ist erstmal nicht verkehrt und ermöglicht hohe Renditen. Geld anlegen in einem regelmässigen Turnus ist jedoch weitaus effektiver. Durch die Kombination von Einmalanlage und monatlichen Sparraten wächst das Vermögen noch einmal schneller und sogar exponentiell.

 

Jeder Kunde muss dabei für sich selbst entscheiden, ob er die Einmalanlage oder einen Sparplan wählt. Wie sich beide Vorgehensweisen voneinander unterscheiden, wird in diesem Artikel gut beschrieben: https://www.nzz.ch/finanzen/fonds/mit-fondssparplaenen-guenstig-an-die-boerse-ld.1409384. Verbraucher, die ein hohes Vermögen aufbauen möchten, sollten jedoch in jedem Fall die Zinsen immer wieder reinvestieren. Auf diese Weise profitieren sie vom sogenannten Zinseszinseffekt.

 

 

Geld anlegen und vom Zinseszinseffekt profitieren

Der Zinseszinseffekt wird von sehr vielen Menschen unterschätzt. Er ist jedoch der größte Unterstützer, wenn es darum geht, mit wenig eigenem Kapital ein grosses Vermögen aufzubauen. Beim Zinseszinseffekt werden die jährlich erwirtschafteten Zinsen bzw. Kapitalerträge nicht ausgeschüttet, sondern direkt wieder mit dem Anfangskapital bzw. den monatlichen Sparraten angelegt. Das führt dazu, dass die Zinsen bzw. Erträge im nächsten Jahr auch verzinst werden. Anleger bekommen dadurch Zinsen für die Zinsen. Der Faktor „Zeit“ spielt in diesem Zusammenhang eine entscheidende Rolle. Eine ausführliche Erklärung zum Zinseszinseffekt wird auf dieser Seite.

 

 

Der Zinseszinseffekt kann sich voll entfalten, wenn Anleger viel Zeit haben. Kunden, die in jungen Jahren bereits damit beginnen, monatlich Geld zu sparen und die Zinsen reinvestieren, können über einen Zeitraum von 30 oder 40 Jahren ihre eigenen Einzahlungen durch die Erträge verdoppeln. Nachfolgende Rechenbeispiele zeigen, welche Bedeutung die „Zeit“ beim Zinseszinseffekt hat:

 

  1. Ein Anleger spart über 10 Jahre monatlich 250,00 CHF und erwirtschaftet eine jährliche Rendite in Höhe von 4 %. Am Ende der Laufzeit verfügt er über ein Gesamtkapital von 36.798,72 CHF. Die eigenen Einzahlungen betragen 30.000,00 CHF. Es werden insgesamt 6.798,72 CHF an Zinsen erwirtschaftet.

 

  1. Der gleiche Kunde spart über 30 Jahre monatlich 250,00 CHF und erwirtschaftet ebenfalls eine jährliche Rendite von 4 %. Das Kapital am Ende der Laufzeit beläuft sich auf 171.900,33 CHF. Es wurden jedoch nur Einzahlungen in Höhe von 90.000,00 CHF geleistet. Bei den restlichen 81.900,33 CHF handelt es sich um Zinsen.

 

Mit dem nachfolgenden Zinsrechner kann jeder Kunde für verschiedene Sparraten, Laufzeiten und Zinssätze die Macht des Zinseszinseffekts nachvollziehen: https://www.zinsen-berechnen.de/sparrechner.php.

 

Geld anlegen mit einer Kombination aus Einmalanlage und monatlichen Raten

Besonders interessant ist der Zinseszinseffekt, wenn er mit einer Einmalanlage und monatlichen Raten genutzt wird. Dann können schon mit relativ kurzen Anlagezeiträumen attraktive Renditen erzielt werden. Das nachfolgende Beispiel zeigt, wie das funktionieren kann:

 

Ein Sparer legt einmalig 30.000,00 CHF an und spart zusätzlich monatlich 500,00 CHF. Alle Einzahlungen werden mit 4 % verzinst. Nach 15 Jahren verfügt der Anleger über ein Gesamtkapital von 176.772,90 CHF. Davon entfallen 120.000,00 CHF auf die eigenen Einzahlungen und 56.772,90 CHF auf Zinsen.

 

 

Die Kombination aus Einmalanlage und Sparplan sorgt dafür, dass bereits zu Beginn der Sparphase viel Geld verzinst wird. Dadurch wächst das Vermögen noch schneller.

 

Mit diesen Anlageformen lässt sich der Zinseszinseffekt besonders gut nutzen

Wer in der heutigen Zeit Geld anlegen möchte und hohe Zinsen bekommen will, steht vor einem Problem. Die klassischen Bankprodukte ermöglichen nämlich keine hohen Renditen mehr. Daher müssen sich Kunden nach Alternativen umsehen. Die Wirksamkeit des Zinseszinseffekts entfaltet sich ausserdem vor allem bei Geldanlagen mit sehr hohen Renditen. Mit welchen Produkten aber können noch hohe Erträge erzielt werden?

 

Für einen langfristigen Vermögensaufbau, bei der der Zinseszinseffekt bestmöglich ausgenutzt werden soll, eignen sich vor allem Aktien, Investmentfonds oder ein ETF. Bei zahlreichen Anbietern kann problemlos ein Sparplan angelegt werden, um regelmässig in verschiedene Wertpapiere zu investieren. Für viele Kunden stellt sich in diesem Zusammenhang immer wieder die Frage, ob die Anlage in Einzelaktien vorteilhaft ist oder lieber ein ETF genutzt werden sollte. Eine ausführliche Antwort auf diese Frage wird im folgenden Artikel.

Die langfristige Renditechance von Wertpapieren übertrifft kurzfristige Kursschwankungen

Grundsätzlich sollte die Wahl des richtigen Anlageprodukts immer von den eigenen Zielen und der Risikobereitschaft abhängen. Kunden, die jedoch das Ziel haben, langfristig ein grosses Vermögen aufzubauen, haben oft Angst davor, Risiken einzugehen und in Wertpapiere zu investieren. Statistiken belegen allerdings, dass die langfristigen Renditechancen von Wertpapieren, wie Aktien und Fonds, die kurzfristigen Kursschwankungen deutlich übertreffen. So liessen sich mit Aktien in der Vergangenheit durchschnittlich Erträge von ca. 9 % pro Jahr erzielen.

 

Daher sollten Anleger, die den Zinseszinseffekt nutzen wollen und einen langen Anlagehorizont haben, auf Wertpapiere (Aktien, Fonds oder einen ETF) setzen. Wichtig ist dabei, die Dividenden bzw. Ausschüttungen stets zu reinvestieren. Im Bereich von Fonds ist es ratsam, sogenannte thesaurierende Produkte zu wählen. Diese schütten die Erträge nämlich nicht aus, sondern legen sie wieder an. Dadurch wird der Zinseszinseffekt optimal ausgenutzt.